Allgemeine Geschäftsbedingungen
Stand: Juli 2026 · Elektro Weber GmbH / Retriby
Wichtigste Punkte auf einen Blick
- ✓ Monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit
- ✓ Flat-Fee — keine Provision auf wiederhergestellte Zahlungen
- ✓ Retriby ist kein Zahlungsdienstleister und speichert keine Kartennummern
- ✓ Datenlöschung 30 Tage nach Ende des letzten Abrechnungszeitraums
- ✓ Datenexport jederzeit möglich (EU Data Act)
- ✓ Keine Haftung für einen bestimmten Recovery-Erfolg
Inhaltsverzeichnis
- Geltungsbereich und Vertragspartner
- Leistungsbeschreibung
- Vertragsschluss und Testphase
- Preise und Zahlungsbedingungen
- Nutzungsrechte und Einschränkungen
- Haftung
- Vertragslaufzeit und Kündigung
- Datenschutz und Auftragsverarbeitung
- Datenportabilität und Cloud-Exit (EU Data Act)
- Anwendbares Recht und Streitbeilegung
§ 1 Geltungsbereich und Vertragspartner
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für die Nutzung des SaaS-Dienstes "Retriby", betrieben von der Elektro Weber GmbH, Martinstraße 53, 77855 Achern, vertreten durch den Geschäftsführer Rudolf Weber (nachfolgend "Retriby" oder "wir").
Die AGB gelten gegenüber Unternehmern im Sinne des § 14 BGB (nachfolgend "Nutzer"). Retriby richtet sich ausschließlich an gewerbliche Kunden. Ein Vertragsschluss mit Verbrauchern im Sinne des § 13 BGB ist nicht beabsichtigt.
Entgegenstehende oder abweichende Geschäftsbedingungen des Nutzers werden nicht anerkannt, es sei denn, Retriby hat ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zugestimmt.
§ 2 Leistungsbeschreibung
Retriby ist ein Software-as-a-Service-Dienst zur automatischen Wiederherstellung fehlgeschlagener Abonnementzahlungen. Der Dienst empfängt Webhook-Benachrichtigungen der verbundenen Zahlungsplattformen (Stripe, Gumroad, LemonSqueezy, Paddle) und versendet daraufhin eine automatisierte E-Mail-Sequenz an betroffene Endkunden.
Wichtige Klarstellungen:
- Retriby ist kein Zahlungsdienstleister im Sinne des ZAG.
- Retriby speichert keine Zahlungsmitteldaten (Kreditkartennummern, Bankverbindungen).
- Retriby hat keinen Zugriff auf Gelder der Endkunden oder Nutzer.
- Die tatsächliche Zahlungsabwicklung verbleibt vollständig bei den verbundenen Plattformen.
Retriby schuldet die Bereitstellung der Software und den Versand der E-Mail-Sequenzen, nicht jedoch einen bestimmten Recovery-Erfolg. Der Erfolg einer Rückgewinnung hängt vom Ablehnungsgrund, vom Kundenstamm und vom Verhalten der Endkunden ab und liegt außerhalb des Einflussbereichs von Retriby.
§ 3 Vertragsschluss und Testphase
Der Vertrag kommt durch die Online-Registrierung und die Auswahl eines Abonnementplans zustande. Vor dem Abschluss bestätigt der Nutzer ausdrücklich, dass er als Unternehmer im Sinne des § 14 BGB handelt, und erklärt sein Einverständnis mit diesen AGB einschließlich des Auftragsverarbeitungsvertrags in § 8a. Ohne beide Erklärungen kommt kein Vertrag zustande. Der Zeitpunkt der Erklärungen wird zum Abonnement gespeichert. Die Zahlungsdaten werden anschließend bei unserem Zahlungsdienstleister Stripe erfasst.
Testphase: Retriby bietet eine 14-tägige kostenlose Testphase ohne Kreditkartenpflicht. Sind bei ihrem Ablauf keine Zahlungsdaten hinterlegt, wird das Abonnement automatisch pausiert: Es erfolgt keine Abbuchung und keine automatische Umwandlung in einen kostenpflichtigen Plan. Konto und Daten bleiben erhalten; der Funktionsumfang kann bis zur Aktivierung eines Plans eingeschränkt sein.
§ 4 Preise und Zahlungsbedingungen
| Plan | Monatlich |
|---|---|
| Starter | $29/mo |
| Pro | $59/mo |
| Agency | $149/mo |
Alle Preise verstehen sich in US-Dollar (USD) zzgl. gesetzlicher Mehrwertsteuer, sofern anwendbar. Die Abrechnung erfolgt monatlich im Voraus via Stripe. Retriby erhebt keine Provision auf wiederhergestellte Zahlungen.
Bei Zahlungsverzug behält sich Retriby vor, den Zugang nach einer Frist von 7 Tagen zu sperren. Bei einem Wechsel des Tarifs innerhalb eines Abrechnungszeitraums rechnet Stripe die Differenz anteilig (pro rata) ab.
§ 5 Nutzungsrechte und Einschränkungen
Retriby räumt dem Nutzer für die Dauer des Vertrags ein einfaches, nicht übertragbares Recht zur Nutzung des Dienstes im Rahmen dieser AGB ein.
Der Nutzer ist insbesondere nicht berechtigt:
- den Dienst zu dekompilieren, disassemblieren oder zurückzuentwickeln (Reverse Engineering)
- Zugangsdaten zu verkaufen, zu verleasen oder anderweitig an Dritte zu übertragen
- den Dienst für den Versand von Spam oder Phishing-E-Mails zu missbrauchen
- automatisierte Massenabfragen an die API durchzuführen
- die Infrastruktur des Dienstes absichtlich zu belasten oder zu stören
Alle versendeten Recovery-E-Mails müssen DSGVO-konform sein. Der Nutzer ist dafür verantwortlich, dass seine Endkunden die Verarbeitung ihrer Daten (durch den Nutzer) gestattet haben. Retriby handelt insoweit als Auftragsverarbeiter.
§ 6 Haftung
Retriby haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit sowie für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit.
Bei leichter Fahrlässigkeit haftet Retriby nur für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) und ist der Höhe nach beschränkt auf die vorhersehbaren, typischen Schäden, maximal jedoch auf die vom Nutzer in den letzten 12 Monaten gezahlten Abonnementgebühren.
Keine Haftung besteht für:
- Ausfälle oder Änderungen bei den verbundenen Plattformen (Stripe, Gumroad, LemonSqueezy, Paddle)
- Nicht erzielte Recovery-Raten — Retriby gibt keine Durchschnittsquote an; die Quote im Rechner auf der Website ist eine Annahme, die der Nutzer selbst einstellt
- Schäden durch fehlerhafte Webhook-Konfiguration durch den Nutzer
- Drittanbieter-Ausfälle (E-Mail-Zustellung, DNS)
§ 7 Vertragslaufzeit und Kündigung
Monatliche Abonnements laufen auf unbestimmte Zeit und können jederzeit zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums gekündigt werden.
Die Kündigung kann über das Dashboard (Settings → Billing → Cancel) oder per E-Mail an support@retriby.app erfolgen.
Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund für Retriby liegt insbesondere bei Verstößen gegen § 5 (Nutzungsrechte) vor.
Nach Kündigung werden alle Nutzerdaten und Endkundendaten 30 Tage nach Ende des letzten bezahlten Abrechnungszeitraums vollständig gelöscht. Der Nutzer hat bis dahin die Möglichkeit, seine Daten zu exportieren, und kann sein Konto jederzeit vorher selbst löschen.
§ 8 Datenschutz und Auftragsverarbeitung
Soweit Retriby im Rahmen des Dienstes personenbezogene Daten der Endkunden des Nutzers verarbeitet, handelt Retriby als Auftragsverarbeiter gemäß Art. 28 DSGVO.
Der Nutzer ist Verantwortlicher im Sinne der DSGVO für die personenbezogenen Daten seiner Endkunden. Er stellt sicher, dass die Verarbeitung dieser Daten durch Retriby eine Rechtsgrundlage hat.
Der nachfolgende Absatz § 8a ist der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Er kommt mit der Registrierung zustande; die Schriftform ist nach Art. 28 Abs. 9 DSGVO auch in elektronischem Format gewahrt. Näheres zur Verarbeitung regelt die Datenschutzerklärung.
§ 8a Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO)
(1) Gegenstand und Dauer. Gegenstand ist die Bereitstellung des in § 2 beschriebenen Dienstes. Die Verarbeitung dauert so lange, wie der Nutzungsvertrag besteht, und endet mit dessen Beendigung; § 7 regelt, was danach mit den Daten geschieht.
(2) Art und Zweck. Retriby empfängt von den verbundenen Zahlungsplattformen Meldungen über fehlgeschlagene Zahlungen, speichert sie, versendet im Auftrag des Nutzers eine Folge von Erinnerungs-E-Mails an die betroffenen Endkunden und wertet Zustellung, Öffnung und Klick aus, um dem Nutzer den Erfolg der Wiederherstellung anzuzeigen. Eine Verarbeitung zu eigenen Zwecken findet nicht statt; die Daten werden nicht verkauft, nicht für Werbung genutzt und nicht zum Training von KI-Modellen verwendet.
(3) Art der personenbezogenen Daten. E-Mail-Adresse und, sofern von der Zahlungsplattform übermittelt, Name des Endkunden; Kennung des Endkunden und des Abonnements bei der Plattform; Betrag, Währung, Zeitpunkt und Ablehnungsgrund der fehlgeschlagenen Zahlung; bei Stripe Kartenmarke, letzte vier Ziffern und Ablaufdatum der Karte (keine Kartennummer); Versand-, Öffnungs- und Klickereignisse der Erinnerungs-E-Mails; bei Einsatz des optionalen Website-Bausteins zusätzlich Einblendungs- und Klickereignisse mit Seitenadresse.
(4) Kategorien betroffener Personen. Endkunden des Nutzers, deren Abonnementzahlung fehlgeschlagen ist.
(5) Pflichten von Retriby. Retriby verarbeitet die Daten ausschließlich auf dokumentierte Weisung des Nutzers; als Weisung gilt die Bedienung des Dienstes durch den Nutzer selbst, darüber hinausgehende Weisungen bedürfen der Textform. Hält Retriby eine Weisung für rechtswidrig, teilt Retriby dies mit (lit. a). Es werden nur Personen eingesetzt, die zur Vertraulichkeit verpflichtet sind (lit. b). Die Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO umfassen insbesondere Transportverschlüsselung, Verschlüsselung der Zugangstoken der verbundenen Zahlungskonten im Ruhezustand, Mandantentrennung auf Anwendungsebene und regelmäßige Sicherungen (lit. c). Unterauftragsverarbeiter werden nur nach Maßgabe von Absatz 6 hinzugezogen und auf dieselben Datenschutzpflichten verpflichtet; für ihr Verschulden haftet Retriby wie für eigenes (lit. d, Art. 28 Abs. 4). Retriby unterstützt den Nutzer bei Anfragen betroffener Personen — Auskunft und Export sind über das Dashboard unmittelbar ausführbar, die vollständige Löschung ebenfalls (lit. e) — sowie bei der Einhaltung der Art. 32 bis 36 DSGVO (lit. f). Nach Beendigung werden die Daten nach Wahl des Nutzers gelöscht oder zurückgegeben (lit. g); Retriby stellt dem Nutzer die zum Nachweis erforderlichen Informationen zur Verfügung und ermöglicht Überprüfungen (lit. h).
(6) Unterauftragsverarbeiter. Der Nutzer stimmt dem Einsatz der folgenden Unterauftragsverarbeiter zu: Vercel (Betrieb der Anwendung, USA), Supabase (Datenbank, AWS-Region eu-west-1, Irland), Clerk (Anmeldung der Nutzerkonten, USA), Stripe (Abrechnung und Anbindung der Zahlungskonten, EU und USA), Resend (Versand der E-Mails, USA), Inngest (Ausführung der zeitgesteuerten Abläufe, USA) und Sentry (Fehlerprotokollierung, Speicherort Deutschland). Eine Änderung dieser Liste teilt Retriby dem Nutzer mindestens vier Wochen im Voraus per E-Mail mit; der Nutzer kann der Änderung innerhalb dieser Frist widersprechen und den Vertrag zum Wirksamwerden der Änderung kündigen.
(7) Ort der Verarbeitung. Die Datenbank liegt in der Europäischen Union. Einzelne Unterauftragsverarbeiter verarbeiten Daten in den USA (Absatz 6). Das geschieht auf Grundlage des Angemessenheitsbeschlusses zum EU-US Data Privacy Framework, soweit der Anbieter zertifiziert ist, im Übrigen auf Grundlage der Standardvertragsklauseln der Europäischen Kommission; Einzelheiten nennt die Datenschutzerklärung.
§ 9 Datenportabilität und Cloud-Exit (EU Data Act)
Gemäß dem EU Data Act (in Kraft seit 11. Januar 2024, vollständige Geltung ab 12. September 2025) hat der Nutzer folgende Rechte:
- Datenexport: Der Nutzer kann jederzeit alle seine Daten (Recovery-Historie, E-Mail-Sequenz-Konfiguration, Account-Einstellungen) in einem gängigen, maschinenlesbaren Format (JSON/CSV) über das Dashboard exportieren.
- Keine Wechselentgelte: Retriby erhebt keine Gebühren für den Datenexport oder den Wechsel zu einem anderen Anbieter.
- Übergangsfrist: Nach Kündigung bleibt der Zugang zum Datenexport für 30 Tage bestehen, bevor die Daten gelöscht werden.
- Schnittstellen: Retriby stellt eine offene API für den Datenabruf bereit (für Pro- und Agency-Kunden).
§ 10 Anwendbares Recht und Streitbeilegung
Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).
Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB ist Achern, sofern der Nutzer Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
Wir sind nicht bereit oder verpflichtet, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.